Die Hostie, das Brot des Herrn

DIE HOSTIE – DAS BROT DES HERRN

Im Mittelpunkt der katholischen Eucharistiefeier stand ursprünglich das „oblatum“ – das beim Hochgebet dargebrachte Fladenbrot. Erst ab dem 11. Jahrhundert begann man für die Volkskommunion Hostien aus ungesäuertem Teig zu backen. Berühmt waren die Klarissinnen in Brixen und die Karmelitinnen in Innsbruck, wo man bis 1980 über offenen Kohlebecken im Hostienkeller große ovale Oblaten buk, aus denen man die Hostien auszirkelte.
Heute haben Großbäckereien die Versorgung übernommen. 2006 exportierte die Neuapostolische Gemeinde Bielefeld für gut 3 Millionen € 230 Millionen Hostien in über 50 Länder.
In der Benediktiner Abtei Marienberg ober Burgeis bäckt man die Hostien für den Hausgebrauch am liebsten jedoch selbst.
Etwas ganz Besonderes sind Freskomalereien im baden-württem-bergischen Deufringen und in Loffenau bei Karlsruhe, wo sich das Motiv der Hostienmühle erhalten hat. Die spätmittelalterliche Legende von der mystischen Mühle ist eine Allegorie des Altarsakraments : Christus, das fleischgewordene und von den Aposteln verkündete Wort, ist der nach dem Willen Gottvaters in der Mühle gemahlene Weizen, der zum Brot des Glaubens und der Eucharistie wird.
Eng verwandt ist das Motiv der mystischen Kelter, in der Christus der gepresste Wein ist, der als sein Blut aus ihr herausfließt – zu sehen im Südtiroler Weinbaumuseum in Kaltern.
In der Nikolaus Kirche in Klerant ober Brixen hielt man um 1470 das Motiv eines Hostienregens fest : Engel schütten aus Körben das Manna in Form von Hostien auf die Erde, wo sie von den Israeliten wieder in Körben aufgefangen werden.
Schließlich ein rezenter Beitrag des Hessischen Rundfunks über den vermeintlichen Frevel des Hostiendiebstahls in der St. Bonifatius Kirche in Wiesbaden.

Arbeitskreis Visuelle Dokumentation
I-39010 GARGAZON / Meran

© 2007

 
 

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