Das Brauchtum des Scheibenschlagens 1980-84

Der Winterende und Frühlinganfang Brauch des Scheibenschlagens findet am ersten Fastensonntag im oberen Vintschgau statt. Brauchträger sind die heranwachsenden Jungen. Nach dem Aufstellen der Zussel und der Larmstangen beginnt von der Dämmerung bis in die Nacht das Räderrollen und Scheibenschlagen. Alte Wagenräder stopft man mit Stroh aus, zündet sie an und lässt sie brennend vom Scheibenpichel hinunter rollen. Beim Scheibenschlagen  werden einfache oder beschnitzte Holzscheiben mit einer Bohrung auf eine Haselrute gesteckt, im Feuer angeglüht und talwärts abgeschlagen. Räder und Scheiben symbolisieren die fruchtare Kraft der Sonne. Dabei erklingt der Spruch : „Korn in der Wann, Schmalz in der Pfann, Pfluag unter d´Erd  – schau wie mein Scheibele außi geat“. Der Brauch hat auch die Funktion eines Femegerichtes, da auch auf Mißstände im Dorf hingerwiesen wird. Zuordnungsscheiben für ein verehrtes Mädchen werden zu Ostern, wenn das Liebeswerben erhört wurde, mit einer Gabe Eier belohnt.

 
 

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